Heiligen-Geist-Hospital
Es gibt Gebäude, die man kennt, ohne je genau hingeschaut zu haben. Das Heiligen-Geist-Hospital am Koberg gehört dazu – eine der ältesten Sozialeinrichtungen der Welt, 1227 gegründet, 1286 vollendet. Lübecker Kaufleute stifteten es, nicht ganz uneigennützig: wer half, hoffte auf einen Platz im Paradies.
Die dreigiebeligen Schaufront mit den vier schlanken Türmchen war von Anfang an auch Fassade im wörtlichen Sinn – eine Botschaft nach außen. Dahinter wurde geschlafen, gegessen, gestorben. Fast 90 Meter lang zieht sich das Lange Haus mit seinen hölzernen Kabäuschen durch das Innere, Zelle für Zelle, Jahrhundert für Jahrhundert.
Nachts, wenn der Mond hinter dem äußersten Türmchen glimmt und ein Fahrrad am Verkehrsschild lehnt, wirkt das alles sehr nah und sehr weit weg zugleich. Die Backsteinfassade leuchtet, die Stadt schläft, und das Hospital steht – wie seit fast 800 Jahren.
Das Bild habe ich für GEO Epoche fotografiert – ein Dank an das Heiligen-Geist-Hospital und an fast 800 Jahre Lübecker Bürgersinn.

























