Ruinaulta
Ruinaulta – das rätoromanische Wort bedeutet „hoher Schutthaufen“. Der Name erklärt alles. Vor rund 9500 Jahren brach zwischen dem Flimserstein und dem Piz Grisch über ein Kubikkilometer Fels ab, stürzte tausend Meter in die Tiefe und begrub das Vorderrheintal unter einer mehrere hundert Meter dicken Schuttmasse. Der Rhein staute sich zu einem See auf – und grub sich in den Jahrtausenden danach seinen Weg zurück. Das Ergebnis ist diese faszinierende Schlucht.
Durch das Naturwunder führt die Oberländerlinie der Rhätischen Bahn – Teil der Glacier-Express-Strecke von Zermatt nach St. Moritz. Am 25. Juni 1930 fuhr der erste Glacier Express, mit 70 geladenen Gästen, von Zermatt nach St. Moritz – damals noch in knapp elf Stunden. Heute gilt er als der langsamste Schnellzug der Welt. Ein Titel, auf den man stolz sein kann.
Im Hintergrund die Station Versam-Safien – ein kleiner Halt, kaum mehr als ein Bahnsteig, mitten in der Schlucht. Wer hier aussteigt, steht zwischen weißen Kalkfelsen und dem jungen Rhein. Wer sitzenbleibt, schaut weiter durchs Panoramafenster – auf eine Landschaft, die sich der Bahn seit 9500 Jahren nicht angepasst hat. Umgekehrt.

























